Ein Blick zurück: Die erste Videospielkonsole

Von Annette Neeb am 20/03/2017 in Blick zurück, Neues aus dem Teich gepostet

…haben wir einem Deutschen zu verdanken. Der aus Rodalben in der Südwestpfalz stammende Erfinder Ralph H. (eigentlich: Rudoph Heinrich) Baer war das Mastermind hinter dem ersten stationären Gerät, das an den Fernseher angeschlossen wurde. Im Alter von 14 Jahren musste er die Schule verlassen, weil er aus einer jüdischen Familie stammte. Zwei Monate vor der Reichspogromnacht (9. November 1938) flüchtete er dann mit seiner Familie in die USA, wo er per Fernkurs am National Radio Institute als Radiotechniker ausgebildet wurde.

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(Bildquelle: 8bitchimp.com)

Nachdem er bis 1943 Fernseher repariert hatte, zog er als Soldat in den Krieg und bildete sich 1946 bis 1949 zum Ingenieur am American Television Institute of Technology weiter. Schnell wurde ihm klar, dass die Fensehtechnologie durchaus etwas für das Wohnzimmer und die Unterhaltung des Durchschnittsbürgers war. Die Idee der Videokonsole kam ihm 1966 während seiner Tätigkeit beim Militärzulieferer Sanders. In den Vereinigten Staaten gab es damals 40 Millionen Fernsehgeräte, die geradezu danach schrien, etwas anderem als Werbesendungen zu dienen. Baers Antwort war ein Spiel auf dem Fernseher. Zusammen mit seinem Kollegen Bill Harrison baute er ein Gerät, das das Bild auf einem Fernseher steuern konnte. Ein Jahr später folgte eine erste Ping-Pong-Simulation, bei der man als Spieler den punktförmigen Schläger benutzen konnte, um den simulierten Ball auf die Gegenseite zu spielen. 1968 entwickelte Baer schließlich die Brown Box, die 1972 von der Firma Magnavox unter dem Namen Odyssey auf den Markt gebracht wurde. In Deutschland wurde die Konsole ab 1973 von ITT Schaub-Lorenz vertrieben. Der Startpreis der Konsole in den USA war mit stolzen 100 Dollar medhr, als es Baer bei der Entwicklung vorgeschwebt hatte. Er wollte eigentlich ein Produkt für die Massen herstellen, das weniger als 20 Dollar kosten sollte.

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(Bildquelle: electronicproducts.com)

Der Vater der Spielkonsole starb 2014. Seine erste für den Heimbedarf gedachte Spielkonsole, die Odyssey, ist mittlerweile im Smithsonian-Museum und im Museum of Modern Arts ausgestellt, seine Brown Box im Computerspielemuseum in Berlin.

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